Body Mass Index – wozu er taugt und wozu nicht

4400277813_e810b29b84_mÜbergewicht ist ein unschönes Laster. Im Vergleich zu anderen körperlichen Mangelerscheinungen lassen sich zu viele Pfunde auf den Hüften nur schwierig kaschieren, was für viele Menschen bereits eine psychologische Negativwirkung entfaltet. Hinzu kommt allerdings noch ein viel schlimmerer Fakt: Übergewicht schadet der Gesundheit nachhaltig. In Deutschland ist jede zweite Person übergewichtig, sagt das Statistische Bundesamt. Noch viele mehr sind es laut BMI – ein Irrtum, wer genau hinschaut.

Das misst der BMI
Die Studie des Statistischen Bundesamtes ist nur bedingt aussagekräftig, denn die Daten beruhen einzig und alleine auf dem Body Mass Index. Bei diesem System werden Alter, Körpergröße, Geschlecht und Gewicht berücksichtigt und ins Verhältnis gesetzt. Als Resultat kommen meist Zahlenwerte zwischen 18 und 30 heraus.

Messen kann seinen BMI ein jeder, der möchte, ganz einfach über das Internet. Denn mehr als die genannten Daten werden hierfür nicht benötigt. Grundsätzlich attestiert der BMI für jeden Menschen, der einen BMI über 25 aufweist, leichte Adipositas oder einfach ausgedrückt: ein zu hohes Körpergewicht.

Schwächen des BMI
Ein fataler Fehler besteht hierbei aber dennoch, denn der BMI gibt keinerlei Auskunft über den Fitnesszustand eines Menschen. Bestes Beispiel hierfür sind Leichtathleten oder auch Kampfsportler. Wladimir Klitschko wäre bei seinem Körpergewicht laut BMI adipös. Dass dieser aufgrund des Körpergewichts als übergewichtig oder sogar unsportlich eingestuft wird, entbehrt jedoch jeglicher Grundlage.

Der Body Mass Index geht grundsätzlich von statistischen Mittelwerten aus. Wer den BMI also nutzt, der sollte sich über die bedingte Aussagekraft der Berechnung bewusst sein und sich zur Einstufung seines Fitnessstands nach Alternativen umsehen.

Alternativen zum Body Mass Index
Es gibt eine ganze Reihe alternativer Möglichkeiten, den physiologischen Zustand des Körpers in Zahlen zu fassen und auszuwerten. Einige hiervon sollten im Folgenden vorgestellt werden:

  • Waist-To-Height-Ratio: Hier wird der Taillenumfang ins Verhältnis zur Körpergröße gesetzt. Diese Methode eignet sich im Vergleich zum BMI vor allem, um Rückschlüsse auf den gesundheitsgefährdenden Bauchfettanteil zu geben.
  • Body Shape Index: In diesem Fall fließen Körpergröße sowie Gewicht und Taillenumfang in die Berechnung mit ein, wodurch sich die Verteilung des Körperfettanteils präziser bestimmen lässt.

Forscher fanden übrigens heraus, dass tägliches Protokollieren von Gewichtsentwicklungen beim Abnehmen helfen kann. Wer täglich sieht, wie sein Gewicht steigt, ist eher geneigt, sich sportlich zu betätigen und abzunehmen.

Allerdings gilt hierbei auch Vorsicht, denn zu viel Akribie im Körperkult kann schnell zur Zwangsstörung reifen. Wer ernsthaft und gesund abnehmen möchte, sollte Erfolge zwar kontrollieren, in erster Linie aber prüfen, ob das Bild im Spiegel einem zusagt oder nicht.

Bild: Net Doktor, flickr.com